Waldgeflüster 7/19

Ein Schmetterling ist nicht gern allein…“

So klang es in den vergangen Wochen aus unseren Wäldern, wenn wir Waldkinder uns auf die Suche nach Schmetterlingsraupen und vorsommerlich munteren Tagfaltern wie dem Zitronenfalter, dem Aurorafalter oder dem Tagpfauenauge machten.

Zu unserer großen Freude hatten sie den Winter als Falter oder Raupe gut überstanden und suchten nun nach einem anderen Schmetterling, um zu tanzen und Hochzeit zu feiern, wundervoll!

Ein Aurorafalter hatte es damit wohl nicht so eilig, denn er saß seelenruhig auf einer Knoblauchrauke und ließ es sich dort gut gehen. Erst nach einer ganzen Weile, als wir Waldkinder schon eine ganze Weile um ihn herumstanden und ihn bestaunten, wurde es ihm dann doch zu bunt und er flatterte davon.

Jeden Tag wurden wir Waldkinder vom „Schmetterling des Tages“ begleitet, den wir uns aus einem Schmetterlingsmemory auswählten. Und obwohl die Auswahl der Schmetterlingskarten so groß war kam es vor, dass uns ein Schmetterling mehre Tage hintereinander begleitete, weil er immer wieder ausgewählt wurde, dass war schon irgendwie „fantastisch“ und, ganz ehrlich, auch ziemlich lustig.

Mit geschlossenen Augen und in Stille schauten wir ganz genau hin, lauschten in die Natur, hörten dem Wind zu und entdeckten tatsächlich ein Zaubertor. Es dauerte einen kurzen Moment, doch dann trauten wir uns, die Schwelle zu überschreiten und kamen an, im Land der Schmetterlinge. Dort wurden wir von einem wunderschönen Falter abgeholt, der uns zur nächsten Blüte mitnahm, wo wir uns dann selbst mit Hilfe von Zaubernektar in einen zarten und bunten Schmetterling verwandelten.

Und dann waren da ja noch der Schmetterling Tjark Botterlicker, die Schnecke Snick, der Grashüpfer Snack und der Libellenexpress, die sich auch auf eine „fantastische“ Reise machten:

Se wüllt hen na Bollerbüttel, en wunnerboren Oort, wo de Welt noch so is, as se schall. Man de Weg is gornich so eenfach – wat dor an liggt, datt de dree bannig ünnerscheedliche sünd. Wat de dree woll dor ankaamt, wo se henwüllt?(aus „Snack, Snick un Botterlick oder „De Reis na Bollerbüttel“/Heidrun Schlieker/Lümborg: Plaggenhauer Verlag 20179)

Es war nicht immer ganz leicht, dieses plattdeutsch zu verstehen und manchmal war uns ganz „bregenklöterig“ zumute, doch es machte uns großen Spaß, den Worten dieser für uns recht neuen Sprache zu lauschen.

Zum guten Schluss machten wir Waldkinder uns dann tatsächlich auf und flogen mit dem knallroten Libellenexpress ins Land der Schmetterlinge. Dort sahen wir an einem regnerischen Tag nicht allzuviele Schmetterlinge flattern, denn die hängen sich ja bei Regenwetter unter ein Blatt, um sich vor dem Regen zu schützen, doch es lohnte sich dennoch allemal an dem zauberhaften See eine Weile zu stehen und nur aufs Wasser zu gucken.

Was uns dabei so in den Sinn kam, davon wollen wir beim nächsten Mal erzählen.

Wir lassen von uns hören und werden berichten,

Herzlich, Eure Waldkinder

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