Waldgeflüster 9/18

Neugiergig lugten wir Waldkinder auf das bevorstehende Kindergartenjahr, das mit einem spannenden Projekt jetzt so richtig anfing. In den nächsten Wochen wollten wir uns mit den Elementen Erde und Wasser beschäftigen.

Dazu haben wir an unserem Wikingerplatz erst einmal fleissig und achtsam Regenwürmer ausgebuddelt. Schließlich wollten wir unsere kleinen glitschigen Freunde nicht erschrecken. Irgend jemand hat uns erzählt, dass die Regenwürmer von allein aus dem Waldboden heraus kämen, wenn man nur fleissig mit den Finger auf diesem herum trommelt, weil die dann denken, es würde regnen. Pustekuchen! Wir haben getrommelt und getrommelt, aber kein einziger Regenwurm ließ sich blicken und so hieß es buddeln, buddeln, buddeln, aber, das brachte uns auch Spaß! Wir fühlten uns ein bisschen wie Schatzsucher und haben unsere „Schätze“, die Regenwürmer, nach dem Ausbuddeln ganz vorsichtig in Eimern zusammen getragen. Wir befüllten dann ein großes Glas mit Muttererde und Sand, obendrauf Kaffeesatz(Regenwürmer lieben Kaffeesatz!) und Zwiebelschale, die mögen sie nämlich auch, fertig war die Regenwurmbehausung.

Jeden morgen haben wir uns dann im Morgenkreis angeguckt, was die lieben Regenwürmer in ihrem Haus so angestellt haben. Ihre Kriechspuren waren ganz deutlich zu sehen und an der Zwiebelschale haben sie auf jeden Fall herum geknabbert, ansonsten aber haben sich die scheuen Gesellen nicht blicken lassen. Am Ende der Woche haben wir Waldkinder die Regenwürmer dann, wie es uns entspricht, wieder in die Freiheit und die Walderde entlassen.

Wir hörten Geschichten vom Wurzelmännlein, erfanden Geschichten aus steinernen Fundstücken, werkelten und feilten mit Specksteinen und buddelten wieder nach Herzenslust in der Erde, um unsere eigene Erdfarbe herzustellen. Dazu nehme man: Verschiedene Erdproben, Kleister, Wasser, Siebe, Stöcke und so weiter und natürlich einen großen Eimer, in dem das alles angerührt wird. Herrlich, diese Panscherei!

Mit Pinseln aus Buchenzweigen haben wir die Erdfarbe dann aufs Papier gebracht. Die Buchenzweige wurden an der Spitze mit dem Hammer schön platt gehauen- was für eine Freude!- fertig war der Pinsel.

Mit dem Element Wasser, einer Klangschale, Wolldecke und Isomatte ging es dann „Toootal entspannt“ in die zweite Projektwoche.

Woraus ist eigentlich der Regen gemacht? Wohin und worauf und worüber fällt das Wassertröpfchen und was stellen kleine Wassertröpfchen eigentlich so an, bis sie beim großen Regenfest zur Erde fallen? Was schwimmt und was nicht? Warum schwimmen große Frachter und kleine Steine gehen im Wasser unter? Meine Güte, bei diesen Fragen haben uns ganz schön die Köpfe geraucht!

Während uns die Köpfe rauchten, haben fleissige Helfer(innen) ganz viele Kastanien gesammelt, geschält, zerkleinert und in ein großes Glas gefüllt, das wir dann mit heißem Wasser bis obenhin aufgefüllt haben.

Und was wurde daraus? Kastanienseife, wunderbar!

Diese haben wir uns dann in ein kleines Glas abgeschöpft, damit wir uns nach schmuddeligen Waldtagen zu Hause so richtig gründlich die Hände waschen können.

Nach dieser aufregenden Zeit in und auf der Erde, im Wasser und an Land tat es uns an manchen Tagen einfach gut, nur mal so einen Laubfrosch anzugucken.

Bis Bald, eure Waldkinder.

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