Waldgeflüster 4/18

Das war er nun, der wohl letzte Monat des Winters!
Und pünktlich zum Frühlingsanfang melden auch wir uns zurück von unserer unglaublichen Reise in die Zeit der Ritter und Rittersfrauen, der Burgen und Feuer spuckenden Drachen.

Wir sind tief eingetaucht in die Welt des Mittelalters und haben erst einmal gelernt, was so einen richtigen Ritter ausmacht: Wie er gelebt und gehaust hat und was es eigentlich bedeutete, ritterlich zu sein.

Und weil das Rittersein ganz schön anstrengend war, haben wir uns natürlich auch gefragt, wie und wo die Ritter wohl geschlafen haben. Da musste schnell ein Himmelbett her! Wir haben nicht lang gefackelt, und mit vereinten Kräften ein wunderbar kuscheliges Bett im Wald gebaut, in dem wir uns vortrefflich von all den Strapazen erholen konnten.
Und dann haben wir ihn doch noch zu Gesicht bekommen: Den alten, unbezwingbaren Drachen, dessen langgehütetes Geheimnis wir am Ende unserer Ritterzeit noch lüften konnten.

Zur Belohnung wurden wir alle zum Ritter geschlagen. Wir bekamen Tapferkeitsmedaillen verliehen und den Stein der Weisen geschenkt, der ewiges Leben verleihen kann. Nach dieser überaus feierlichen Zeremonie ging es dann zu Tisch. Allen Rittern in der Tafelrunde knurrte schon der Magen. Auf dem Speiseplan stand ein richtig schön klebriger Ritterbrei.

Natürlich über dem offenen Feuer gekocht und wie es sich für echte Ritter gehört, direkt vom Tisch ohne Besteck verzehrt. Denn nicht jeder Edelmann oder Edelfrau besaß so etwas Kostbares wie Teller und Besteck. Tja, so waren sie halt, die Rittersleut! Das war vielleicht ein Spaß!

Während die Eichhörnchen-Kinder sich noch bei den Rittern im Mittelalter amüsierten, erforschte die Eulengruppe in ihrem Projekt die Tiere im Winter. Zum Ende der Projektzeit war die Überraschung noch einmal groß, als uns die Waldwichtel mit einer ziemlich großen Wichtelpostrolle im Morgenkreis überraschten und anschließend auf eine atemberaubende Schatzsuche schickten.

Die schlauen Wichtel hatten Tierspuren für uns gelegt, die im tiefen Schnee nicht einfach zu finden waren. Um uns den Weg zum Schatz zu weisen, hatten sie an den Bäumen kleine Briefe mit rätselhaften Botschaften angebracht. Nach langer Suche haben wir den Schatz dann endlich gefunden. Und der hatte es in sich. Die Wichtel hatten in ihrer Wichtelbäckerei leckere Schoko-Muffins gebacken und in einer Holzkiste verpackt. Das war ein Festschmaus!

Und dann haben wir natürlich noch den Winter vertrieben. Wie das geht wollt ihr wissen? Das Winteraustreiben ist bei uns Waldkindern eine uralte, von Generation zu Generation weitergereichte Tradition, die eigentlich immer funktioniert. Naja, fast immer.

Und so geht´s: Als erstes braucht ihr eine gruselige und besonders schreckliche Verkleidung. Dann bastelt ihr euch blau-weiße Puschel, die für den Winter stehen. Anschließend stürmt ihr mit ordentlich Lärm, Getöse und Gesang durch den Wald und vertreibt Väterchen Frost. Wichtig ist, dass ihr gründlich seid und bis in die hinterletzte Ecke kommt. Dann verbrennt ihr die Puschel zusammen in einer großen Feuerschale, singt ein schönes Frühlingslied und stärkt euch anschließend mit selbstgebrautem Frühlingspunsch.

Gesagt, getan. Aber vielleicht waren wir dieses Jahr auch ein bisschen nachlässig und haben eine klitzekleine Ecke im Wald übersehen. Denn ausgerechnet am Tag des gemeinsamen Osterfrühstücks kam der Winter, dieser unberechenbare Geselle, tatsächlich noch einmal mit großer Kraft und viel Schnee zurück. Aber wer denkt, das könnte uns das Osterfest vermiesen, hat weit gefehlt. Wir haben es auf unserer Osterparty so krachen lassen, dass spätestens jetzt der Winter endgültig Reißaus genommen hat.

Genießt die ersten warmen Sonnenstrahlen!

Bis bald, eure Waldkinder

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