Waldgeflüster 2/17

Das noch junge Jahr steckt voller Überraschungen: Wir bestaunen unser erstes Hochwasser, begrüßen neue Waldkinder und Waldfrauen, machen lang ersehnte Ausflüge zum Vulkan und verwandeln graue, stürmische Tage in ein buntes Treiben.
Was war das für ein Sturm! Was für ein Heulen, Pfeifen und Knarren überall. Und weil wir ja bekanntlich nicht nur ein Wald- sondern auch ein Naturkindergarten sind, ließen wir uns solch ein Ereignis natürlich nicht entgehen. Also wanderten wir gespannt von unserer Hütte bis an die Waterkant.

Das erforderte alle Kraft unserer noch kurzen Beine. Und manchmal auch die starken Arme unserer Erzieherinnen. Aber der lange Marsch lohnte sich: So wenig Strand hatten wir noch nie gesehen, denn noch immer knabberte die stürmische Ostsee am Land. Wir konnten uns gut vorstellen, wie weit das Wasser in der Nacht gestanden haben muss, als wir noch im kuscheligen Bett lagen.

Schwer beeindruckt aber auch mit ganz schön schweren Beinen ging es dann wieder heimwärts. Doch das Glück meinte es gut mit uns: Auf dem Rückweg durchs Dorf trafen wir alte Waldfreunde, die uns kurzerhand zu einer Busfahrt zurück zur Hütte einluden. Unsere Müdigkeit war uns wohl schon von weitem anzusehen. Vielen Dank noch einmal für den tollen Shuttle-Service!

Ganz herzlich im Wald begrüßen möchten wir Claudia Eltzner. Claudia ist nach ihrem Gang durchs Wunderzaubertor jetzt waldkindergartengeprüfte Eulenfrau und steht uns kleinen Eulen in der nächsten Zeit als Schwangerschaftsvertretung zur Seite. Herzlich Willkommen, liebe Claudia! Schön, dass du da bist.

Der Sturm hielt uns auch die nächsten Wochen immer wieder auf Trab. Denn bei Orkanböen können wir natürlich nicht in den Wald. Trotz Schmuddelwetter und der unfreiwilligen Pause an der Hütte, haben wir ein neues, kerniges Waldkind begrüßt. Und das wird bei uns standesgemäß immer mit einem Gang durch das bunt geschmückte Wunderzaubertor willkommen geheißen. Doch der Wind war frisch und frech, riss uns eines der bunten Tücher aus den Händen und ließ es ganz oben im Knick landen.

Das brachte uns dann auf die Idee, gleich alle Tücher aus der Hütte zu holen und sie auf dem Feld fliegen zu lassen. Und Hui! Die ersten beiden flogen doch tatsächlich übers Haus, über die beiden Knicks hinweg, direkt in Richtung Buchenhain. Es war ein Riesenspaß, die bunten Tücher fliegen zu lassen und hinterher zu sausen. So verwandelten wir diesen grauen, stürmischen Tag in ein buntes Treiben

Nicht ganz so bunt aber mit mindestens genauso viel Herzklopfen ging es nach langer Zeit mal wieder zu unserem heiß geliebten Vulkanplatz. Es hatte in der Nacht gefroren und der Boden wurde zur erstklassigen Rutsche. Mühsam erklommen wir den Berg und warteten, bis auch das letzte kleine Eulenkind den Aufstieg geschafft hatte. Dann ging es mit allen zusammen als langer Bob bergab. Unser Jauchzen habt ihr bestimmt noch im Dorf gehört. Lasst es euch gutgehen. Wir hören uns in vier Wochen wieder.

Bis bald, eure Waldkinder

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